1984 - 1994
"Badaila, Badaila - Sumpf, Sumpf, Sumpf"
BADAILA IN FRÜHEREN ZEITEN
von Dr. Elmar Schallert
Die geschützte Mulde von Badaila mit ihrem Ried, mit den schönen Wiesen, den baumbestandenen Hügeln und mit dem Reichtum an seltenen Pflanzen ist eine der schönsten Landschaftsformen in der Gemeinde Nenzing. Das, was die Natur gestaltet hatte, wurde hier schon sehr früh durch menschliche Tätigkeit umgeformt: Bereits um 1270 errichteten die Ritter von Ramschwag ihren Wohnturm auf dem Felsen über Badaila, auch die Riedwiesen wurden sehr früh genutzt und die nach Süden ausgerichteten Hänge dienten bis um 1870 als Weinberge.
Alle diese vielfältigen Möglichkeiten und die Nähe zum Dorfkern von Nenzing brachten es mit sich, dass die Flur Badaila recht oft und sehr früh urkundlich erwähnt wird: Das erste Mal schon 1420 im Feldkircher Spendurbar als "Blydayglen" und dann drei Jahre später im Sonnenberger Urbar (Einkünfte- und Güterverzeichnis) als "Playdayglen". Damals sprach man im Walgau noch romanisch und das lateinische Grundwort "palus" bedeutet "Sumpf, Ried". Badaila heißt demnach Übersetzt "kleines Ried, kleiner Sumpf".
Die für landwirtschaftliche Nutzung auffälligste Naturform wurde also namengebend für die ganze Gegend. Im Mittelalter war allerdings das Ried zeitweise auch anders genutzt, damals lag hier der Fischteich für die Bewohner der Burg Ramschwag, denn zu jeder Burg gehörte ein Fischweiher. Nach der Zerstörung des Turms von Ramschwag im Jahre 1405 verwahrloste natürlich der Weiher und wurde dann wieder von den Nenzinger Bauern genutzt. Einer von ihnen, Jakob Schallert (Bergerles), fand vor Jahrzehnten ein seltsam geformtes Pferdehufeisen, das durchaus ein Erinnerungsstuck an kriegerische Vorfälle rund um Ramschwag sein könnte.
Noch im vorigen Jahrhundert galt es fast als unumstößlich, dass die besseren Bauern aus Nenzing und Beschling eine Wiese in Badaila besaßen, etwa die Stoß, die Rößlewirts oder der Kreuzwirt Greber. Auch der jeweilige Pfarrer besaß hier einst ein Grundstuck, wovon noch der Flurname "Pfaffabühel" zeugt.
Im Jahre 1540 kam Unruhe auf die Wiesen von Badaila. Damals stand der Feldkircher Stadtamtmann Bartholomäus Rainolt im Besitz des einen Vaistlischen Hofes zu Beschling in Bardels. Im Einverständnis mit den Dorfvögten von Beschling und gegen eine finanzielle Entschädigung wurde ein aufsehenerregendes Projekt in Angriff genommen, nämlich der Bau einer Wasserleitung von Badaila bis nach Beschling, etwa 500 m lang.
"Im Loch" in Badaila, dort wo heute hart am Weg dichtes Staudenwerk sich befindet, wurde das Wasser gefasst und dann in einem teils unterirdisch geführten, teils knapp unterhalb der Oberflache verlaufenden steinernen und plattengedeckten Rinnsal nach Beschling geleitet. In Beschling waren sowohl die Nachfolger der Junker Vaistli als auch die Dorfgenossen bzw. Güterbesitzer die Nutznießer dieses Wassers, das in erster Linie für die Bewässerung der Wiesen diente.
Diese historische Brunnenleitung besteht streckenweise heute noch, vor allem im oberen Teil, und dürfte eine der ältesten derartigen Anlagen im ganzen Land sein.
Anno 1984 haben in der Badaila einige furtballfanatische Jungs aus Erlen zwei Tore erstellt und einen "Fußballplatz" im Badaila-Sumpf errichtet.
Sumpf deshalb, weil man auf dem halben Platz knochentief eingesunken ist. Eines Abends nach einem harten Training im Frühsommer 1984 trafen sich Gerhard Beck, Gerhard Gamon, Markus Gamon und Harald Postl bei Gerhard Beck in der Küche, saßen dort mit nassen Socken und beschlossen, einen Verein zu gründen.
Dieses Proponentenkomitee berief eine Gründungsversammlung für den 21. März 1984 ins Gasthaus Kreuz in Nenzing ein. An diesem Abend, eine halbe Stunde nach Beginn der Sitzung, war der Verein Badaila Kicker geboren. Der erste Vereinsvorstand setzt sich zusammen aus:
Obmann: Gerhard Beck
Obmannstellvertreter: Harald Postl
Schriftführer: Harald Postl
Kassier: Gerhard Gamon
Die weiteren Gründungsmitglieder waren: Armin Gantner, Helmut Vaschauner, Peter Postl, Peter Stoss, Arthur Grass, Othmar Tomaselli, Roman Wilfling und Joachim Keckeis. Eine Furtballelf war komplett.
Diese Gründungself wollte ursprünglich unter dem Namen Badaila Kicker "nur" Fußballspielen, ihrem liebsten Hobby nachgehen.
Aus eigener Tasche kauften die Spieler die erste Badaila-Dreß. Sämtliche anfallenden Ausgaben wurden von den Spielern selbst finanziert.
Doch schon nach kurzer Zeit zeigte sich reges Interesse an den Badaila Kickern. Dadurch ergaben sich natürlich einige Probleme. Es stellte sich die Frage: Bleiben wir nur eine Fußballelf oder Erweitern und öffnen wir unseren Verein für "Nichtfußballer" mit allen Vor- und Nachteilen?
Glücklicherweise entschied man sich für die Öffnung des Vereins. Die ersten gesellschaftlichen Vereinsveranstaltungen waren ein Grillfest und ein Kegelabend. Nun war auch eine gesellschaftliche Basis vorhanden.
Nachdem die Startschwierigkeiten überwunden waren, beschloss man 1985 das erste eigene Kleinfeldturnier zu veranstalten. Das erste Festzelt bestand aus einem Baugerüst und einer geliehenen Plane von den OBB. Veranstaltet wurde ein reines Kleinfeldturnier ohne Rahmenprogramm und Musik. Das eigene Turnier wurde veranstaltet, um die Kameradschaft mit anderen Vereinen aufzubauen bzw. zu pflegen und den Verein der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das gute Abschneiden des ersten Turniers ermöglichte uns, den ersten Vereinsausflug im Herbst 1985 nach Glöbnitz in Kärnten durchzuführen.
Durch die große Resonanz der teilnehmenden Mannschaften und der Bevölkerung beschlossen wir, dieses Kleinfeldturnier fortzuführen. Im Laufe der Jahre wurde das Badaila-Turnier über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Neben den Mannschaften aus Vorarlberg nahmen Mannschaften aus Tirol, Steiermark, Fürstentum Liechtenstein, Schweiz, Deutschland und Frankreich an unserem Turnier teil.
Die Freundschaft mit unseren Gastmannschaften aus dem In- und Ausland führte uns an zahlreiche Orte. So landeten wir in Glöbnitz, Kärnten, und errangen beim dortigen Großfeldturnier den hervorragenden 3. Platz. In Arosa, bei winterlichen Bedingungen auf Kunstrasen, gewannen wir das Kleinfeldturnier. Weiters spielten wir in Südtirol und Graz und wurden nach Nimes eingeladen. Nach einer 10-stündigen Busfahrt landeten wir, eine 50-kopfige Badaila-Crew, in der Nähe von Nimes auf einem Campingplatz. Unsere französischen Freunde empfingen uns recht herzlich und haben uns in diesen 5 Tagen ein hervorragendes Programm geboten. Die Krönung war ein freundschaftliches Fußballspiel mit anschließendem Fest, wo wir mit einer "Paella" verwöhnt wurden.
In sportlichen Belangen konnten wir 1986 beim Finanzamt-Turnier in Feldkirch den 1. Platz erringen. Weitere Turniersiege erreichten wir in Arosa, beim ESV Turnier und beim Turnier der Ranch Brunnenfeld in Bludenz. Beim Ortsvereineturnier des FC Nenzing standen wir mehrere Male im Finale. Derzeit nehmen wir an ca. 10 -15 Kleinfeld- bzw. Hallenturnieren teil und absolvieren ca. 10 Großfeldspiele im Jahr.
Durch die steigende Mitgliederzahl wurde es ermöglicht, verschiedene Veranstaltungen durchzuführen, angefangen von einem Tischtennisturnier für die "Kleinen" bis hin zum Oktoberfest für die "Großen".
Im Jahre 1992 wurde die Idee geboren, eine Nikolausfeier für die Nenzinger Dorfbevölkerung zu veranstalten. Die Erlöse dieser Veranstaltung wurden einem sozialen Zweck, der Aktion "Ma hilft anand" gespendet. Nach zweimaliger Durchführung, wobei jedes Mal 600 - 700 Personen anwesend waren, haben wir uns entschlossen die Nikolausfeier zu einem fixen Bestandteil unseres Vereinsgeschehens zu machen.
DAS BADAILA ZELT
Durch das große Interesse aller Vereinsmitglieder kam der Gedanke auf, ein eigenes Festzelt für unser Fußballturnier und für befreundete Vereine aus Nenzing zu errichten. Die Planung erfolgte durch ein Vereinsmitglied. In Ca. 700 Arbeitsstunden wurde die Holz- und Eisenkonstruktion in Eigenregie erstellt. Auf diesem Wege möchten wir uns für die Unterstutzung bei der Marktgemeinde Nenzing, Agrargemeinschaft Nenzing, Hydro Aluminium Nenzing und bei Otti Meier, Malergeschäft, recht herzlich bedanken.
Bis heute haben wir unser Badaila-Zelt 25 Mal für Veranstaltungen verschiedener Vereine aufgestellt, wobei jeder Auf- und Abbau von Vereinsmitgliedern in ca. 70 Arbeitsstunden gemeistert wurde.
Der Mitgliederstand von 11 Personen im Jahre 1984 wuchs bis heute auf 103 Personen an; davon sind 34 aktive und 69 passive Mitglieder.
Die Kameradschaft dieser 103 Mitglieder zeigt sich in verschiedenen vereinsinternen Veranstaltungen wie Grillfest, Preisjassen, Kegeln, Rodeln, u.v.a.
Letztes Jahr wurde der 1. Badaila Triathlon für Vereinsmitglieder veranstaltet, welcher regen Zuspruch fand.
Nicht vergessen mochten wir unsere Ehrenmitglieder, Herrn Erwin Hermann und Herr Moritz Egger, die uns seit Jahren tatkräftig unterstutzen.
Der Ausschuss im Jubiläumsjahr 1994 setzt sich zusammen aus:
Obmann: Ernst Gassner
Obmannstellvertreter: Gerhard Beck
Kassier: Elmar Schallert
Schriftführer: Edgar Häusle
Sportlicher Leiter: Stefan Grass
Die Badaila Kicker möchten sich bei allen Mitgliedern, Freunden und Sponsoren auf diesem Wege nochmals recht herzlich bedanken.
Für die Zukunft wünschen wir allen ein "FAIR PLAY"!
Badaila, Badaila - Sumpf, Sumpf, Sumpf
Die weiteren "Badaila Jahre" sind momentan noch in Bearbeitung!



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